Bei den Deutschen Meisterschaften U17/U19/U23 in Krefeld hat Esther Kelm vom Potsdamer RC Germania im leichten Juniorinnen-Doppelvierer A den Deutschen Meistertitel gewonnen. Gemeinsam mit Luise Burgold, Emilia Loeken und Caroline Köhler fuhr sie im Finale einen Start-Ziel-Sieg heraus. Im leichten Einer erreichte Esther zusätzlich das A-Finale und wurde starke Fünfte. Auch Taran Sharma und Kilian Leander Bier vertraten den PRC-G im Junioren-Doppelzweier B.

Aber springen wir zurück.

Die Deutschen Jugend- und Jahrgangsmeisterschaften 2026 standen schon vor dem ersten Start unter besonderen Vorzeichen. Wegen der angekündigten Hitzebelastung hatte der Deutsche Ruderverband den Wettkampfmodus angepasst: Hoffnungsläufe und Bahnverteilungsrennen entfielen, die Vorläufe wurden stärker auf Donnerstag und Freitag verteilt und viele Rennen in die kühleren Tageszeiten gelegt. Für die Sportlerinnen und Sportler bedeutete das: Jede Platzierung, jede Zeit und jedes direkte Weiterkommen zählte sofort. Auch vor Ort war die Hitze deutlich zu spüren; auf dem Bootsplatz und auf dem Wasser wurde jede Entlastung wichtig.

Für den Potsdamer RC Germania waren Taran Sharma, Kilian Leander Bier und Esther Kelm am Start. Taran und Kilian gingen jeweils in Renngemeinschaften im Junioren-Doppelzweier B an den Start. Esther startete doppelt: im leichten Juniorinnen-Einer A und im leichten Juniorinnen-Doppelvierer A.

BootsklassePRC-G-BeteiligungRennverlaufErgebnis
JM2x B
Junioren-Doppelzweier B
Taran Sharma
mit Ben Luis Häber, RU Arkona Berlin
3. Platz im Vorlauf, damit Halbfinale. Dort 4. Platz, nur 0,60 Sekunden hinter dem A-Finale.B-Finale (Platzierungsfinale) erreicht; nicht ausgefahren
JM2x B
Junioren-Doppelzweier B
Kilian Leander Bier
mit Jan Hildebrandt, RC Tegel 1886
6. Platz im Vorlauf. Nach dem geänderten Modus reichte das nicht für die nächste Runde.Vorlauf
JF1x A LG
Leichter Juniorinnen-Einer A
Esther KelmÜber Vorlauf und Halbfinale sicher ins A-Finale. Dort Platz 5.5. Platz im A-Finale
JF4x A LG
Leichter Juniorinnen-Doppelvierer A
Esther Kelm
mit Luise Burgold, Emilia Loeken und Caroline Köhler
Direktes A-Finale. Vom Start weg in Führung und bis ins Ziel vorne.Deutsche Meisterinnen

Den Anfang machten die Junioren-Doppelzweier B. Taran Sharma fuhr gemeinsam mit Ben Luis Häber von der RU Arkona Berlin in Rennen 4 auf Platz drei des ersten Vorlaufs. Mit 5:09,30 Minuten qualifizierte sich das Boot für das Halbfinale. Dort wurde es richtig eng: Im zweiten Halbfinale belegten Taran und Ben in 5:09,67 Minuten Rang vier. Für das A-Finale fehlten am Ende nur 0,60 Sekunden – bitter knapp. Damit war das große Finale knapp verpasst, sportlich aber ein sehr starker Auftritt. Da die B-Finals im Verlauf der Regatta nicht mehr ausgefahren wurden, blieb es für Taran und Ben bei diesem starken Halbfinalauftritt.

Kilian Leander Bier startete im selben Wettbewerb gemeinsam mit Jan Hildebrandt vom RC Tegel 1886. Im dritten Vorlauf lag das Boot nach 1000 Metern noch aussichtsreich im Feld, kam am Ende aber auf Platz sechs ins Ziel. Die Zeit von 5:21,48 Minuten reichte im neuen Qualifikationssystem nicht für die nächste Runde.

Für Esther Kelm begann die Meisterschaft im leichten Juniorinnen-Einer A. Schon im Vorlauf zeigte sie, dass mit ihr zu rechnen war: Nach 500 Metern lag sie in 1:52,43 Minuten sogar an der Spitze. Am Ende wurde es Platz drei in 8:21,54 Minuten und damit der sichere Einzug ins Halbfinale. Dort legte Esther erneut stark los, führte bei 500 und 1000 Metern und fuhr schließlich als Zweite in 8:12,52 Minuten ins Ziel. Das bedeutete: A-Finale.

Im Finale des leichten Einer blieb es eng. Esther lag nach 500 Metern auf Rang zwei, kämpfte im weiteren Rennverlauf weiter um die vorderen Plätze und kam nach 8:23,63 Minuten als Fünfte ins Ziel. Auf Platz vier fehlten nur zwei Hundertstel. Platz fünf bedeutete: Esther gehörte im leichten Einer zu den fünf besten Juniorinnen Deutschlands. Auch wenn Esther mit dem Einer-Finale selbst nicht ganz zufrieden war, bleibt das eine starke Leistung.

Und dann kam der leichte Juniorinnen-Doppelvierer A.

Esther saß hier gemeinsam mit Luise Burgold vom RK Wannsee, Emilia Loeken vom RV Bochum und Caroline Köhler vom RK am Baldeneysee im Boot. Schon nach 500 Metern lag die Renngemeinschaft in 1:41,37 Minuten vorne. Bei 1000 Metern war der Vorsprung weiter da, bei 1500 Metern ebenfalls. Das Rennen blieb bis zum Schluss spannend, denn der RC Witten mit der RG Treis-Karden kam im Endspurt noch einmal heran. Doch Esther und ihre Mannschaft hielten das zweite Boot ab und brachten den Vorsprung ins Ziel.

Nach 6:52,26 Minuten war es geschafft: Platz eins. Deutscher Meistertitel. Start-Ziel-Sieg.

Start-Ziel-Sieg: das Finalrennen im Detail

Die Zwischenzeiten zeigen, wie konstant Esther und ihre Mannschaft das Rennen kontrollierten. Das Boot lag an jeder Marke vorn und konnte den Angriff des zweitplatzierten Bootes im Endspurt abwehren.

PlatzBoot500 m1000 m1500 mZiel
1Potsdamer RC Germania / RK Wannsee / RV Bochum / RK am Baldeneysee
Esther Kelm, Luise Burgold, Emilia Loeken, Caroline Köhler
1:41,37
Platz 1
3:25,90
Platz 1
5:10,25
Platz 1
6:52,26
Platz 1
2RC Witten / RG Treis-Karden1:42,25
+0,88 Sek.
3:27,02
+1,12 Sek.
5:11,67
+1,42 Sek.
6:53,75
+1,49 Sek.
3Saarbrücker RG Undine / Ulmer RC Donau / Hanauer RC Hassia1:43,05
+1,68 Sek.
3:28,48
+2,58 Sek.
5:15,75
+5,50 Sek.
7:02,27
+10,01 Sek.
4Lübecker Frauen-Ruder-Klub / RG HANSA / Lübecker RG / Ratzeburger RC1:44,12
+2,75 Sek.
3:31,68
+5,78 Sek.
5:20,75
+10,50 Sek.
7:09,78
+17,52 Sek.
5Kölner RV 77 / Bonner RG / RG München 1972 / ARC Würzburg1:45,62
+4,25 Sek.
3:34,45
+8,55 Sek.
5:25,05
+14,80 Sek.
7:13,84
+21,58 Sek.
6Bremer RV / Saarbrücker RG Undine / RV Treviris1:46,58
+5,21 Sek.
3:36,35
+10,45 Sek.
5:28,38
+18,13 Sek.
7:19,73
+27,47 Sek.

Für den PRC-G endet diese Meisterschaft damit mit einem Titel, einem A-Finalplatz im Einer und beherzten Rennen im Junioren-Doppelzweier. Besonders Esther Kelm setzte in Krefeld ein starkes Ausrufezeichen: erst Fünfte im leichten Einer, dann Deutsche Juniorinnen-Meisterin im leichten Doppelvierer. Damit hat der PRC-G eine Deutsche Juniorinnen-Meisterin in seinen Reihen. Ein Meisterschaftswochenende, das im PRC-G sicher noch lange nachklingt.

Ein großer Dank gilt auch Martin und Björn, die die Juniorinnen und Junioren durch Vorbereitung, Regattaorganisation und Betreuung begleitet haben. Krefeld wurde damit zu einem würdigen Saisonhöhepunkt für die PRC-G-Juniorinnen und -Junioren.

Das vollständige Ergebnis mit allen Platzierungen und den weiteren Rennen gibt es in der offiziellen Ergebnisdatenbank:

Flavio Holstein